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Newsflash

08.01.2018

Familienrecht

Kein Umgangsrecht des leiblichen Vaters aufgrund Gefährdung der Familienstruktur und somit des Wohls des Kindes

Nichtanerkennung der rechtlichen Vaterschaft durch leiblichen Vater ist kindes­wohl­gefährdend

Ein leiblicher Vater hat keinen Anspruch auf Umgang mit seinem Kind, wenn er die rechtliche Vaterschaft eines anderen Mannes nicht anerkennt und sich massiv in die Familie des Kindes einmischt. In diesem Fall ist das Wohl des Kindes gefährdet, welches auf eine sichere Familienstruktur angewiesen ist. Dies geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Jena hervor.

In dem zugrunde liegenden Fall ging aus einer Affäre ein Kind hervor. Der leibliche Vater beantragte nach der Geburt seiner Tochter im Oktober 2013 ein Umgangsrecht. Dem trat sowohl die Mutter als auch ihr Ehemann, welcher rechtlicher Vater des Kindes war, entgegen. Zur Begründung führten sie aus, dass sich der leibliche Vater nicht habe damit abfinden können, dass er nicht die rechtliche Vaterschaft innehabe. Zudem habe er sich massiv in das Familienleben eingemischt und sich über den rechtlichen Vater sehr negativ geäußert.

Amtsgericht wies Antrag auf Umgang zurück
Das Amtsgericht Rudolstadt hörte sich sämtliche Beteiligte an und kam zu dem Schluss, dass die Vorwürfe der Kindeseltern zutreffend seien. Es hielt die Durchführung von Umgangskontakten daher für nicht kindeswohldienlich und wies den Antrag auf Umgang zurück. Gegen diese Entscheidung richtete sich die Beschwerde des leiblichen Vaters.

Oberlandesgericht verneint ebenfalls Anspruch auf Umgang
Das Oberlandesgericht Jena bestätigte die Entscheidung des Amtsgerichts und wies daher die Beschwerde des leiblichen Vaters zurück. Ein Anspruch des leiblichen Vaters auf Umgang mit dem Kind setze nach § 1686a Abs. 1 Nr. 1 BGB voraus, dass dies dem Kindeswohl diene. Dies sei hier nicht der Fall gewesen.

Gefährdung des Kindeswohls durch Verhalten des leiblichen Vaters
Durch das Verhalten des Vaters sei das Wohl des Kindes gefährdet worden, so das Oberlandesgericht. Der leibliche Vater sei massiv in das Leben der Familie eingedrungen und habe sich erheblich negativ über den rechtlichen Vater geäußert. Der leibliche Vater habe nicht akzeptieren können, nicht der rechtliche Vater des Kindes zu sein. Hinzu sei gekommen, dass die Beziehung zwischen der Mutter und dem leiblichen Vater emotional noch nicht abgeschlossen gewesen sei. Die gesamte Situation habe wiederum zu Belastungen zwischen der Mutter und dem rechtlichen Vater geführt, der zwischenzeitlich aus der ehelichen Wohnung ausgezogen war. Diese durch die Einmischung des leiblichen Vaters hervorgerufene Situation habe das Kind emotional stark belastet. Für das Kind bestehe ein dringendes Bedürfnis, verlässliche Familienstrukturen vorzufinden. Insbesondere sei es wichtig, dass für das Kind kein Zweifel bestehe, welcher Person die Rolle des Vaters in ihrem Leben zukomme.

Quelle:Oberlandesgericht Jena, ra-online (vt/rb)

Angaben zum Gericht:

  • Gericht:Oberlandesgericht Jena
  • Entscheidungsart:Beschluss
  • Datum:06.12.2016
  • Aktenzeichen:3 UF 42/16

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